Was sind geschlossene Fonds/Beteiligungen?


Geschlossene Fonds sind unternehmerische Beteiligungen, die dem Anleger die Möglichkeit bieten, sich an bestimmten Investitionen zu beteiligen. Anders als bei offenen Fonds ist die Anzahl der Anleger durch die zuvor feststehende Investitionssumme für die geplanten Objekte, das sog. Fondsvolumen, begrenzt, d.h. ist das geplante Fondsvolumen durch den Verkauf von Anteilen vollständig erzielt, können keine weiteren Anteile mehr gezeichnet werden, der Fonds ist geschlossen.  

Gängige Investmentobjekte für geschlossene Fonds sind beispielsweise Immobilien im In- und Ausland, Flugzeuge, Schiffe, New-Energy-Projekte (Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energien, z.B. Photovoltaik-, Biogas- oder Windkraftanlagen) oder auch Firmenbeteiligungen (Private Equity).

Gemeinsam mit anderen Anlegern investiert der Anleger durch Zeichnung der Gesellschaftsanteile in (in der Regel) eines oder mehrere solcher bereits feststehender Investmentobjekte. Daneben gibt es auch sog. Blindpools und Semi-Blind-Pools, bei denen keines oder nur ein Teil der Projekte bereits vor Platzierung feststeht und weitere Investmentobjekte erst später durch die Gesellschaft identifiziert und festgelegt werden.

Die Laufzeit eines geschlossenen Fonds liegt in der Regel bei 3–22 Jahren, in denen die Investmentobjekte bewirtschaftet werden. Die gezeichneten Anteile sind meist als Kommanditanteile ausgestaltet. Ist die Laufzeit des Fonds abgelaufen, wird dieser aufgelöst, d.h. die Investmentobjekte werden veräußert, der Verkaufserlös an die Anleger ausgeschüttet und anschließend die Gesellschaft aufgelöst. Dies ist jedoch nicht fix, denn auch eine vorzeitige Beendigung oder Verlängerung der Laufzeit kann wirtschaftlich sinnvoll sein.

Bei der Anlage in geschlossene Fonds handelt es sich um eine unternehmerische Beteiligung mit entsprechenden Chancen und Risiken, bzw. Vorteilen und Nachteilen. Geschlossene Fonds sind aufgrund dessen eher nur für erfahrene und risikobewusste Anleger empfehlenswert, die sich unter anderem laufend und aktiv als Gesellschafter an unternehmerischen Beschlussfassungen beteiligen wollen

Chancen und Vorteile

Transparenz: Anders als bei offenen Fonds, die häufig in eine Vielzahl von Objekten finanzieren, erhält der Anleger bei geschlossenen Fonds aufgrund der nur geringen Anzahl an Investmentobjekten von der Gesellschaft Informationen darüber, in welche Investmentobjekte genau investiert wird. Eine Ausnahme bilden hier sog. Blindpools und Semiblindpools, bei welchen es i.d.R. klare Investitionskriterien und Mittelverwendungskontrollen gibt.

Professionelles Management: Erfahrene Experten übernehmen die Planung und Realisierung der Investitionsprojekte sowie je nach Fonds ggfs. auch das Management in der Betriebsphase.

Ausschüttungen: Als Miteigentümer der Gesellschaft ist der Anleger an den wirtschaftlichen Ergebnissen der Investmentobjekte beteiligt. Erwirtschaftet der Fonds die gewünschten Überschusserträge, erhält der Anleger von der Gesellschaft Ausschüttungen. Die Ausschüttungen können laufend oder am Ende einmalig erfolgen. 

Renditechancen: Geschlossene Fonds bieten die Möglichkeit, attraktive Renditen zu erzielen. Die Wertentwicklung von geschlossenen Fonds erfolgt im Wesentlichen unabhängig von „klassischen Märkten“ wie z.B. Börsen, wodurch eine hohe Diversifikation erzielt wird.

Steuervorteile: Geschlossene Fonds können für den Anleger je nach seiner persönlichen Situation steuerlich vorteilhaft sein. Beispielsweise können Anleger ggfs. von zwischen einzelnen Ländern gültigen Doppelbesteuerungsabkommen oder der Tonnagesteuer profitieren. Die steuerliche Behandlung von geschlossenen Fonds kann in der Zukunft jedoch ggfs. Änderungen unterworfen sein. Detaillierte steuerrechtliche Informationen erhalten Sie bei Ihrem Steuerberater.

Attraktive Investitionsobjekte: Über geschlossene Fonds bekommt der Anleger die Möglichkeit, als Mitunternehmer an Investitionen beteiligt zu werden, zu denen er oftmals über den normalen Kapitalmarkt keinen Zugang hat.

Service: Für die Realisierung und den Betrieb der angebotenen Investitionen muss der Anleger keine eigenen Juristen, Steuerberater, Verwalter etc. beschäftigen, wie z.B. bei einer Realimmobilie.

Risiken und Nachteile

Mindestbeteiligung und Kosten: Der Mindestkapitaleinsatz für eine Beteiligung an einem geschlossenen Fonds ist meist relativ hoch und liegt je nach Fonds zwischen 5.000 EUR und 10.000 EUR. Üblicherweise erfolgt die Zeichnung als Einmalbetrag zuzüglich eines Ausgabeaufschlags von ca. 5%.

Veräußerbarkeit: Das Kapital des Anlegers ist relativ langfristig gebunden. Eine Veräußerung der Fondsanteile vor Auflösung des Fonds ist in der Regel nicht möglich, sondern kann nur erfolgen, wenn sich über den sog. „Zweitmarkt“ ein Käufer findet. Je nach Ausgestaltung des Fonds muss daneben u.U. auch die Gesellschaft der Veräußerung zustimmen.

Haftungs- und Verlustrisiko: Frühere Wertentwicklungen geben keine verlässlichen Rückschlüsse für zukünftige Wertentwicklungen. Der Anleger partizipiert als Mitunternehmer auch an den unternehmerischen Verlusten. Ein mangelnder wirtschaftlicher Erfolg der Gesellschaft kann zum Totalverlust und ggfs. zu einer Nachschusspflicht führen.

Altersvorsorge: Eine Kapitalanlage in geschlossene Fonds ist nicht für Anleger mit dem Ziel der Altersvorsorge geeignet. 

Streuung: Anders als bei offenen Fonds mit großen Portfolien erfolgt bei geschlossenen Fonds wegen der nur geringen Anzahl an Investmentobjekten keine breite Streuung.

Wie bei allen anderen Finanzinstrumenten gibt es auch bei geschlossenen Fonds eine Vielzahl an Auswahlmöglichkeiten. Für die Zeichnung einer Beteiligung sind jedoch u.a. Ihre Anlageziele, Ihre Investitionserfahrung sowie Ihr finanzielles Umfeld entscheidend. Ein ausführliches persönliches Gespräch ist daher für eine individuelle und fundierte Beratung unerlässlich. Gerne helfen wir Ihnen dabei, die für Sie passende Beteiligung zu finden bzw. diese für Sie zu besorgen. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf.

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